Anfrage zur schriftlichen Beantwortung E-000171/2012 an die Kommission
Artikel 117 der Geschäftsordnung
Cornelia Ernst (GUE/NGL)
Europol will zum World-class centre of excellence auch im IT-Bereich werden. Europol nutzt laut seinem Jahresbericht (Europol Review) hierfür diverse digitale Überwachungstechnologien und bietet die Nutzung eines 24/7 operational centre an. Über die Funktionsweise der Anwendungen und technischen Dienstleistungen ist wenig bekannt. Bürgerrechtler und Bürgerrechtlerinnen, netzpolitische Aktivisten und Aktivistinnen, Anwälte und Anwältinnen, soziale Bewegungen und Parlamentarier und Parlamentarierinnen müssen hierzu jedoch einen Einblick erhalten. Die zunehmend „vorausschauende“ digitale Überwachung setzt die Unschuldsvermutung außer Kraft. Risikoanalysen geraten zum Profiling, wenn auf mehrere Datensätze zugegriffen werden kann.
1. Welche computergestützten Anwendungen für Vorgangsverwaltung, Ermittlungs- oder Analysezwecke, Data Mining oder Bildersuche in polizeilichen oder im Internet zugänglichen Datensätzen kommen bei der EU-Polizeiagentur Europol zum Einsatz? Bitte Namen und Details nennen.
2. Welche technischen Dienstleistungen oder Kapazitäten werden vom 24/7 operational centre der EU-Agentur Europol entwickelt und angeboten, und für welche Angelegenheiten können diese genutzt werden?
3. Über welche technischen und organisatorischen Funktionalitäten verfügen die mobile offices, die powerful mobile office solution und die expert-operated mobile toolkit for computer data forensics und wo sind diese in der Regel stationiert oder eingesetzt?
4. Über welche weitere „forensische Ausrüstung“ verfügt Europol wie im Jahresbericht 2010 angegeben?
5. Wie viele mobile phone scanners welcher Hersteller bevorratet die Agentur, und wie ist deren Nutzung geregelt?
6. Wie ist die technische Funktionsweise des Werkzeugs zur Analyse sozialer Netzwerke (SNA tool), das 2009 bei der Operation Most 25 Verdächtige aus 1 Million überwachter Telefongespräche extrahierte?
7. Welche Anwendungen sind gemeint, die Europol im Jahresbericht 2010 mit state-of-the-art facility to extract and analyse crime-related information from digitised data bewirbt?