Einschätzung der Antwort auf die Kleine Anfrage „Internationale gemeinsame Übungen der Bundespolizei mit zivil-militärischen Verbänden“

Von Matthias Monroy und René Jokisch

Die dürftige Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage des MdB Andrej Hunko zu „Internationale gemeinsame Übungen der Bundespolizei mit zivil-militärischen Verbänden und ihre Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Polizei“ (Drucksache 17/3316 vom 15.10.2010) bestärkt die Kritik an der schleichenden Militarisierung der Bundespolizei. Nicht immer scheint die Bundesregierung gut informiert.

In dieser zweiten Anfrage sollten offen gebliebene Fragen der früheren Kleinen Anfrage (Bundestagsdrucksache 17/2663) zum European Union Police Forces Training (EUPFT) 2010 im Juni und Juli auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr in Lehnin vertieft werden. Die Trainings werden von der EU-Kommission finanziert und sollen EU-weite Standards für Angehörige von Polizei und Gendarmerie in polizeilichen Großlagen entwickeln.

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Aus Batman, Diyarbakir

Morgen, am 18. Oktober, beginnt der Prozess in Diyarbakir gegen 151 kurdische Politiker/innen, darunter acht Bürgermeister, die gegenwärtig inhaftiert sind. Ich war die letzten zwei Tage auf Einladung des jetzt amtierenden Bürgermeisters in der Stadt Batman. Die Industriestadt Batman ist etwa so groß wie meine Heimatstadt Aachen und lebt überwiegend von den umliegenden Ölfeldern.

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Hasankeyf-Solidaritäts-Camp gegen den Ilisu-Staudamm

Hasankeyf ist eine antike Stadtfestung am Tigris. Dieses fantastische Menschheitserbe soll in den nächsten Jahren für ein riesiges Staudammprojekt (Ilisu) überflutet werden. Hasankeyf erfüllt neun der zehn Kriterien eines UNESCO-Welterbes, nur die ägyptischen Pyramiden haben mehr. Einzig durch die Weigerung der türkischen Regierung dies bei der UNESCO zu beantragen kann Hasankeyf nicht offiziell als Weltkulturerbe anerkenannt werden.

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Analyse: Europol und internationaler Datentausch

Matthias Monroy analysiert die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage von Andrej Hunko und der Fraktion DIE LINKE im Bundestag zu Europol und internationalem Datentausch

„Europäische Stellen wie Europol, Eurojust, die Agentur für Grundrechte und Frontex haben in ihrem jeweiligen Tätigkeitsbereich volle Funktionsfähigkeit erreicht“, freut  sich der Europäische Rat im letztes Jahr beschlossenen „Stockholmer Programm“. Doch damit nicht genug: Neben der fortschreitenden Koordinierung mit der Grenzschutzagentur Frontex, der Lissabonner Drogenbeobachtungsstelle, dem künftigen Europäischen Unterstützungsbüro für Asylfragen und der Agentur für Grundrechte soll Europol als europäisches „Ressourcenzentrum“ für Cyberkriminalität fungieren. Neben der Zuarbeit für das Geheimdienstzentrum SitCen in Brüssel fordert der Europäische Rat, dass Europol zum „Angelpunkt des Informationsaustauschs“ zwischen obersten Polizeichefs, Staatsanwälten, Leitern von Aus- und Fortbildungsinstituten, Leitern der Gefängnisverwaltungen oder Generaldirektoren der Zollbehörden werden soll.

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Schwabenstreich gegen Polizeigewalt in Stuttgart

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In Berlin haben heute circa 100 Menschen mit einem spontanen Schwabenstreich vor dem Bundeskanzleramt protestiert: Gestern hatte die Polizei in Stuttgart mit Schlagstöcken, Wasserwerfern, Tränengas und Pfefferspray auf den legitimen und breiten Protest geantwortet, der sich gegen das Projekt "Stuttgart 21" richtet. Innenminister Rech und Ministerpräsident Mappus tragen die Verantwortung für diese gezielte Eskalation des Streits und müssen zurücktreten.

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Hungerstreik gefangener Mapuche in Chile

Brief an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon:

Hunger strike of Mapuche prisoners in Chile

 

Dear Sir,

On 22 September, the Chilean President Sebastian Piñera is participating in the General Assembly of the United Nations in New York.

We write to you as Members of Parliament to raise the urgent human rights issue of the Mapuche hunger strikers in Chilean prisons and to ask you to intervene with President Piñera to demand an end to the human rights abuses which the Chilean government is perpetrating.

Thirty four imprisoned Mapuche activists are currently on hunger strike in Chilean prisons, most of them since July, in protest against the political oppression of the Mapuche people. As you can understand, their health situation is extremely grave.

The Mapuche are an indigenous people whose territory primarily spans the South- central regions of Chile. Approximately 6.8% of the Chilean population is Mapuche, many of whom currently live in “reserves.” The Mapuche people have protested against being forced off their land, often at the hands of major multinational companies, and political oppression. In our view, the response of the Chilean state in the face of their political, cultural, social and territorial demands has been one of criminalisation, prosecution and the incarceration of the Mapuche.

The Chilean government has ratified the UN convention 169 of the ILO, which legally binds Chile to consult indigenous people on matters that affect them and to give its indigenous people fair and unbiased representation in these negotiations. The government is clearly in breach of this requirement.

 

The prisoners on hunger strike now demand that the Chilean government should:

1. Bring an end to the use of the Pinochet-era antiterrorist law against the Mapuche, which has been condemned by the UN Human Rights Council.

2. Bring an end to the use of Military Law against civilians and repeal of the double jeopardy rule.

3. Guarantee the right to a fair trial.

4. Demilitarise the Mapuche lands and cease the use of excessive police force in raids.

5. Free the Mapuche activists currently imprisoned.

 

These demands coincide with the recommendations made to the Chilean state since 2004 by various organisms connected to the UN, for example the Committee on Human Rights (2007), the Human Rights Council (2009), the Committee Against Torture (2009), the Committee for the Elimination of Racial Discrimination (2009) and the Special Rapporteur of Indigenous Rights (2004, 2009).

We support these demands and urge you to intervene immediately with Mr. Pinera to ensure a positive resolution to these issues and avoid any deaths of hunger strikers.

 

Yours faithfully,

Joe Higgins MEP

Nikolaos Chountis MEP

Bairbre de Brún MEP

Takis Hadjigeorgiou MEP

Jacky Henin MEP

Jürgen Klute MEP

Patrick Le Hyaric MEP

Sabine Lösing MEP

Jean-Luc Mélenchon MEP

Willy Meyer MEP

Helmut Scholz MEP

Søren Bo Søndergaard MEP 

Eva-Britt Svensson  MEP

Marie-Christine Vergiat MEP

Sabine Wils MEP

Frieda Brepoels MEP

Catherine Grèze MEP

Ulrike Lunacek MEP 

Sevim Dagdelen MdB (Member of German Parliament) 

Heike Hänsel MdB 

Andrej Hunko MdB

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Türkei: Bericht der Menschenrechtsdelegation aus Brüssel, Berlin, NRW und Hamburg

von Martin Dolzer

Die aktuelle Lage in den kurdischen Provinzen der Türkei ist von gravierenden Menschenrechtsverletzungen, Repression und Kriegsverbrechen durch das türkische Militär und Sondereinheiten der Jandarma geprägt.
Trotz eines einseitigen, nur kurzzeitig aufgrund der andauernden Kriegs- und Repressionspolitik des türkischen Staates unterbrochenen, Waffenstillstands der PKK, finden seit Monaten fast täglich Militäroperationen und Übergriffe staatlicher Kräfte auf die Zivilbevölkerung statt. ...

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„Wer Erfahrung mit Hooligans hat, kommt auch im Kosovo zurecht“

Am 20. Juli besuchte MdB Andrej Hunko das European Union Police Forces Training (EUPFT) in Lehnin.

Wir finden uns im kleinen Örtchen Rauhberg in Askania wieder, einem "zerfallenden Staat" im Herzen Europas. Askania wird zu 60 % von den "Prussi" bevölkert, die mit den 20 % der "Franca" notgedrungen auskommen. In der Provinz Rona allerdings geben frech die "Franca" die Richtung vor, was sich die "Prussi" nicht bieten lassen. Die Europäische Union rückt mit einer "Europäischen Militärmission in Askania" (EMMA) an. Nachdem die militärische EMMA-Front weiter zieht, wird die Etappe von der Polizeimission EUPMIR in Ruhe und Ordnung gebracht. Die wird heute von Demonstranten gestört, die irgendetwas gegen die EU-Besatzer zu haben scheinen. Gleichzeitig müssen Flüchtlinge von den EUPMIR-Angehörigen ausgerechnet mitten durch Rauhberg gelotst werden. Gerade meldet der militärische Geheimdienst, dass am Nachmittag ein Terrorist am Bahnhof eintrifft, der sich womöglich mit gleichgesinnten Übeltätern in der Provinz Rona treffen will.

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